Gymiprüfung: Langzeitgymnasium und Kurzzeitgymnasium
Hier sind einige häufig gestellte Fragen und Antworten zur Gymiprüfung für die Aufnahme an ein Zürcher Langzeitgymnasium oder Kurzzeitgymnasium von Edufox zusammengestellt.
Langzeitgymnasium oder Kurzzeitgymnasium?
Die Gymiprüfung kann insgesamt drei Mal abgelegt werden:
- In der 6. Klasse: Zugang zum Langzeitgymnasium (6 Jahre).
Hinweis: Die Prüfung umfasst teilweise Inhalte, die über den Primarschulstoff hinausgehen. - In der 2. Sek: Zugang zum Kurzzeitgymnasium (4 Jahre).
Hinweis: Die Anforderungen orientieren sich am Lehrplan der Sekundarschule. - In der 3. Sek: Zugang zum Kurzzeitgymnasium (4 Jahre).
Hinweis: Auch hier basieren die Anforderungen auf dem Sek-Lehrplan.
Wiederholungen sind nicht möglich. Wer eine Prüfung nicht besteht, kann lediglich die nächste in der Reihenfolge versuchen.
Der Prozentsatz eines Jahrgangs, der es ins Kurzzeitgymnasium schafft, ist höher als der Prozentsatz, der es ins Langzeitgymnasium schafft. Die Prüfungen für den Übertritt nach der Sekundarschule sind deshalb etwas leichter zu bestehen.
Aufbau und Mindestnoten der Gymiprüfung für das Langzeitgymnasium
Die Gymiprüfung für das Langzeitgymnasium besteht ausschließlich aus schriftlichen Prüfungen, ein mündlicher Teil ist nicht vorgesehen. Die Schüler müssen dabei in zwei Fächern geprüft werden:
- Deutsch: Die Prüfung umfasst zwei Abschnitte – 45 Minuten für Textverständnis und Sprachbetrachtung sowie 60 Minuten für einen Aufsatz.
- Mathematik: Hier haben die Schüler 60 Minuten Zeit zur Bearbeitung.
Die Gymiprüfung gilt als bestanden, wenn eine Gesamtnote von mindestens 4,75 erreicht wird. Diese Note setzt sich zur Hälfte aus der Prüfungsnote (Deutsch und Mathematik je 50 %) und zur Hälfte aus der Vorleistungsnote im Februarzeugnis (Deutsch und Mathematik je 50 %) zusammen. Für Privatschüler, bei denen die Vorleistungsnote entfällt, liegt die Bestehensgrenze bei einer Prüfungsnote von mindestens 4,5.
Aufnahmeprüfung für das Kurzzeitgymnasium, die Handelsmittelschule, die Fachmittelschule, die Informatikmittelschule und die Berufsmaturitätsschule
Aufbau der schriftlichen Prüfung
- Deutsch: Die Prüfung besteht aus zwei Teilen – 90 Minuten für den Aufsatz und 45 Minuten für Textverständnis und Sprachbetrachtung.
- Mathematik (Arithmetik/Algebra und Geometrie): Bearbeitungszeit: 90 Minuten.
Notenzusammensetzung:
Die Gesamtnote setzt sich zu 50 % aus der Prüfungsnote und zu 50 % aus der Vorleistungsnote zusammen. In Deutsch wird die Prüfungsnote je zur Hälfte aus dem Aufsatz und der Sprachprüfung gebildet, während Mathematik ebenfalls zur Hälfte in die Gesamtnote einfließt.
Die Vorleistungsnote wird aus den Fächern Deutsch, Mathematik, Französisch, Englisch sowie Natur und Technik ermittelt, wobei jedes Fach mit einem Fünftel gewichtet wird. Bei Schüler:innen der 2. Sekundarschule setzt sich die Mathematiknote zu zwei Dritteln aus Arithmetik/Algebra und zu einem Drittel aus Geometrie zusammen.
Besonderheiten:
Die Vorleistungsnote wird nur berücksichtigt, wenn die Schülerin oder der Schüler in allen Fächern die höchste Anforderungsstufe besucht oder wenn die Schule keine Anforderungsstufen anbietet.
Schüler:innen der Sekundarstufe B benötigen für die Anmeldung zur Zentralen Aufnahmeprüfung eine schriftliche Empfehlung ihrer Lehrperson. Für diese Schüler:innen wird die Vorleistungsnote nicht berücksichtigt, und sie müssen eine Mindestnote von 4.5 erreichen, um die Prüfung zu bestehen.
Bestehensgrenzen:
- Kurzzeitgymnasium: Bestanden ab einer Note von mindestens 4.75 (inkl. Vorleistungsnote) oder 4.5 (ohne Vorleistungsnote).
- Handelsmittelschule, Informatikmittelschule, Fachmittelschule und Berufsmaturitätsschule: Bestanden ab einer Note von mindestens 4.5 (inkl. Vorleistungsnote) oder 4.25 (ohne Vorleistungsnote).
Ist die absolute oder relative Leistung bei der Gymiprüfung massgebend?
Oft wird uns die Frage gestellt, ob man bei der Gymiprüfung absolut besser sein muss oder ob es ausreicht, relativ besser als die anderen Teilnehmenden abzuschneiden. Es stimmt, dass der Durchschnitt aus Vor- und Prüfungsnote mindestens 4,75 betragen muss und, dass es für Deutsch und Mathematik klare inhaltliche und kriteriale Vorgaben gibt. Das würde dafür sprechen, dass man absolut besser sein muss als die anderen Prüflinge. Die Prüfungskommission berücksichtigt jedoch in der Regel die Anzahl der Anmeldungen, um den Schwierigkeitsgrad der Gymiprüfung anzupassen. Das geschieht auf äusserst intransparenter Art und Weise und hat schon mehrmals für Kritik gesorgt. Mehr Informationen hierzu findest du hier. Das bedeutet, dass es in einem Jahr mit weniger Anmeldungen einfacher sein kann, eine 4,75 zu erreichen, während dies in einem Jahr mit vielen Anmeldungen schwieriger ist. Da die Anmeldezahlen von Jahr zu Jahr steigen, beobachten wir, dass die Gymiprüfungen zunehmend anspruchsvoller werden, da nur eine begrenzte Anzahl von Schülern ins Gymnasium aufgenommen wird. In den letzten Jahren führte diese Entwicklung sogar dazu, dass die erforderliche Durchschnittsnote von 4,50 auf 4,75 angehoben wurde. Es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.
Wo finde ich die alten Gymiprüfungen und Lösungen?
In unserem Prüfungsarchiv findest du die Gymiprüfungen und Lösungen in Mathematik und Deutsch ab dem Jahr 2007.
Termine und Vorbereitung
Die Gymiprüfung wird in der Regel in der ersten Märzwoche abgehalten.
Die Anmeldung erfolgt über die Kantonsschulen und muss bis spätestens Januar/Februar eingereicht werden.
Eine gründliche Vorbereitung sollte mindestens sechs Monate vor der Prüfung beginnen, wobei wöchentlich mindestens ein halber Arbeitstag eingeplant werden sollte. Dafür stehen vier verschiedene Unterstützungsangebote zur Verfügung:
1. Angebote der Schulen, beispielsweise im Rahmen der Begabungsförderung (kostenlos)
2. Prüfungsvorbereitungskurse in Gemeinden oder Schulkreisen (kostenlos)
3. Private Vorbereitungskurse (ab ca. 2500 Franken, oft teurer)
4. Online-Plattformen wie edufox.online (Hochqualitative Kursmaterialien komplett kostenlos)
Was ist wichtig während der Gymivorbereitung?
Um deine Chancen zu erhöhen, sollten möglichst alle folgenden Punkte erfüllt sein:
- Gute Vornoten: In der 6. Klasse mindestens 5.5, in der Sekundarschule mindestens 5.25. (Für Privatschulen gelten die Vornoten jedoch nicht.)
- Bereitschaft, fleissig zu sein und intensiv für die Schule zu arbeiten.
- Ein hohes Arbeitstempo und grosse Sicherheit im Rechnen.
- Fähigkeit, mathematische Lösungswege klar und nachvollziehbar aufzuschreiben.
- Korrekte Rechtschreibung und Ausdrucksvermögen.
- Ein Verständnis für den Prüfungsablauf: Mindestens eine oder zwei Probeprüfungen unter Prüfungsbedingungen ablegen (alle alten Prüfungen sind hier verfügbar).
- Durchexerzieren der Prüfungen der letzten 10 Jahre
Wo melde ich mich für die Gymiprüfung an?
Die Anmeldeformulare erhältst du bei den Informationsveranstaltungen der jeweiligen Gymnasien. Üblicherweise entscheidest du dich gemeinsam mit deinen Eltern für dein bevorzugtes Gymnasium und besuchst dann zusammen die Informationsveranstaltung, die von dieser Schule organisiert wird. Alternativ kannst du auch das Sekretariat des Gymnasiums direkt kontaktieren und die Formulare anfordern. Zudem besteht die Möglichkeit, sich online unter http://www.zentraleaufnahmepruefung.ch anzumelden.
Kann ich auf die Gymivorbereitung verzichten, wenn ich in der Primarschule oder Sek gute Noten habe?
Nein, wer gute Noten in der Primarschule oder Sek hat, kann sehr schlechte Noten bei der Gymiprüfung haben.
Worauf muss ich während der Gymiprüfung achten?
- Zügiges Arbeiten ohne Zeitverlust an einzelnen Aufgaben ist entscheidend.
- Wenn du bei einer Aufgabe nicht mehr weiterweisst, solltest du nicht zu viel Zeit verlieren und zur nächsten übergehen. Solltests du am Ende noch Zeit haben, kannst du noch zu dieser Aufgabe zurückkommen.
- Prüfung in der 6. Klasse: Nur dann ankreuzen, wenn die Antwort sicher richtig ist. Andernfalls lieber nichts markieren und keinesfalls raten.
Prüfung in der Sek: Jede Frage ausfüllen. - Trotz unerwarteter Schwierigkeiten oder ungelöster Aufgaben stets weiterarbeiten.
Darf ich mit Bleistift schreiben bei der Gymiprüfung?
Zur Gewährleistung der Dokumentensicherheit müssen die Schüler ihre Prüfungen mit Füllfederhalter oder Kugelschreiber schreiben. Korrekturen sind jedoch mit Tipp-Ex und Tintenkiller erlaubt. Daher ist es ratsam, schon während der Vorbereitung mit diesen Schreibwerkzeugen zu üben.
Welche Hilfsmittel darf ich bei der Gymiprüfung verwenden?
Während der Prüfung sind weder technische noch elektronische Geräte gestattet. Du darfst weder ein Handy, noch einen Taschenrechner verwenden. Auch Smartwatches sind verboten. Da die Prüfungsräume mit Uhren ausgestattet sind, kannst du die Zeit gut im Blick behalten, ohne ein Handy zu benötigen.
In Deutsch darfst du für das Schreiben des Aufsatzes ein Wörterbuch oder einen Duden benutzen. In Mathematik musst du Zirkel, Geodreieck, Lineal mitnehmen.
Was können deine Eltern nach der Gymiprüfung machen?
Nach der Prüfung läuft der folgende Prozess ab:
1. Zusendung eines Briefes mit den Ergebnissen, der sowohl die Gesamtnote als auch die Einzelnoten aufführt und angibt, ob die Prüfung bestanden wurde.
2. Möglichkeit, die Prüfung online einzusehen und Fragen zu stellen.
3. Klärungsgespräch mit Lehrpersonen der Schule bei Unklarheiten, in dem auch eventuelle Korrekturfehler behoben werden.
4. Option auf eine kostenfreie Wiedererwägung.
5. Möglichkeit, einen Rekurs einzureichen (ca. 600 Franken Gebühr).
Bei knapp verfehltem Bestehen (höchstens 0,1 Notenpunkte unter dem Durchschnitt) empfiehlt es sich, mit Fachpersonen die Prüfung zu analysieren, spezifische Fragen zu Korrekturen und Noten (insbesondere im Aufsatz) zu klären und direkt an der Schule eine Wiedererwägung zu beantragen.
